Big Data und die Cloud

Big Data und die Cloud

Es ist ein Hype ausgebrochen. Nichts wird unter uns Kollegen so kontrovers diskutiert, wie die Nutzung der Cloud.

Es ist schon spannend mitzuerleben, wie eine Technik sich anschickt, alle Probleme dieser Welt in einer Wolke zu lösen. Zumindest, wenn man den Werbesprüchen der Serviceanbieter glauben möchte. Und diese haben ein nicht unbeträchtliches Interesse, diese Technik zu vermarkten, haben Sie doch ordentlich investiert.

Was wird versprochen?

Die Server sind rund um die Uhr erreichbar
Jedes Unternehmen, egal welcher Größenordnung, profitiert davon
der eigene Mailserver
die eigene Warenwirtschaft
die eigene Telefonanlage
keine Probleme mit den Backups mehr
kein eigenes Know How mehr nötig
größere Sicherheit als Inhouse Lösungen
Zentrale Verwaltung
geringe monatliche Kosten
von überall erreichbar
Das zur Zeit verwendete Totschlagargument ist die Kostenersparnis. Diesem möchte ich zunächst am Beispiel der Telefonanlage nachgehen.

Telefonanlagen:

Wir verkaufen und warten seit nunmehr 6 Jahren Auerswald® Telefonanlagen in Firmen mit einer Größenordnungen
von 2 – 70 Mitarbeitern. Im Vergleich werden deshalb Preise von Auerwald® herangezogen.

Was brauchen wir:

Internetanschluß für die Übermittlung der Telefongespräche (Voip)
Inhouse Telefonanlage oder Cloud Telefonanlage
Telefontarife (Anlagenanschluß)
2 Gesprächskanäle und 10 interne Telefone
Die internen Telefone werden in der Rechnung nicht berücksichtigt, da diese bei beiden Anschlüssen benötigt werden
Gerechnet über 3 Jahre monatliche Kosten
Die Auerswald Anlage besteht aus einer Compact 5000 mit DSP Modul und 8 zusätzlichen Voipkanäle zum Preis von 1150€,
gerechnet auf den Monat ergibt das 34€.
Was bleibt unberücksichtigt:

Wartung, Einrichtung, Garantiefälle: Da dies bei allen Anlagenformen anfällt
Sicherheit: Das Thema Verschlüsselung interner und externer Telefonate
Mehrere Telefone pro Benutzer (Sip-Anlagenfeature)
Splitten der Kosten (zwei Telefone mit Flats, die anderen nutzungsabhängiger Berechnung)
Zunächst die Berechnung mit der eigenen Telefonanlage (Stand 31.01.2017)

Telekom: zur Zeit gibt es ein Angebot der Telekom mit VDSL 50 MBits für 74,90 / Monat
Gerechnet über 3 Jahre ergibt das eine monatliche Belastung von 109€
Deutsche Telefon: ein separater 100MBit Anschluß kostet zur Zeit im Mittel 34,90 / Monat, zusammen mit zwei Gesprächskanälen und
Flatrates ins deutsche Festnetz und EU-Ausland ergibt das 87,50€
Gerechnet über 3 Jahre ergibt das eine monatliche Belastung von 121€
Nun die Berechnungen mit der Cloud Telefonanlage. Alle Berechnungen benötigen eine separaten Internetanschluß. Dieser wird wie oben mit 34,90 im Monat zugrunde gelegt. Allerdings müssen jetzt alle 10 Telefone in der Cloudanlage registriert werden. Dadurch stehen 10 statt 2 Gesprächskanäle zur Verfügung. Aus unserer Erfahrung werden diese in der Regel aber nicht benötigt, müssen aber bezahlt werden. Hier ergibt sich schon ein prinzipieller Nachteil, da die Flats auf die pro eingebundenem Telefon und Nutzer zugebucht werden müssen. Man braucht damit nicht pro Gesprächskanal eine Flat, sondern pro Telefon und Nutzer. So haben wir auch gerechnet.

Sipgate®: 10 Nutzer pauschal mit allen Flats 214,95€
Gerechnet über 3 Jahre ergibt das eine monatliche Belastung von 249,85€
NFON®:
Gerechnet über 3 Jahre ergibt das eine monatliche Belastung von 171,90€
Deutsche Telefon®:
Gerechnet über 3 Jahre ergibt das eine monatliche Belastung von 138,90€
Die Summen steigen, je mehr Telefone und Nutzer intern angemeldet werden müssen. Größere Firmen kommen mit 4 oder 6 Gespächskanälen aus und können dann intern bis zu 80 Teilnehmer verwalten.

Die beworbenen Vorteile sind aus unserer Betrachtung nicht existent. Allerdings kann man sich alles schönrechnen. Die Preislisten und Kombinationsmöglichkeiten sind schon beeindruckend, aber auch verwirrend. Es sind deshalb auch Konfigurationen möglich, die aus Kostengesichtspunkten der SIP-Telefonanlage den Vorzug geben (der Einzelfall entscheidet).

Über 3 Jahre kostet die Cloudanlage
in der günstigsten Berechnung 1076,40€ mehr und
in der teuersten 5070,60€.

Als Berechnung wurden die Preislisten der entsprechenden Anbieter zugrunde gelegt. Stand 31.01.2017 – Quellen: Internetadressen der Anbieter, Telefonate mit dem entsprechenden Vertrieb.